Solaranzeige mit SSD und USV

Die benötigte Hardware zum Nachbau. Bitte hier nur Hardware posten, die man auch selber ausprobiert hat. Nichts posten, nur weil es neu ist.

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Bitte nur Hardware posten, die man selber auch ausprobiert bzw. in Verwendung hat.
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Filou_BN
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Solaranzeige mit SSD und USV

Beitrag von Filou_BN »

Hallöchen in die Runde,

ich würde gerne kurz einmal vorstellen, wie ich persönlich meine solaranzeige so umgesetzt habe, dass ich keine SD-Karte mehr benötige und zusätzlich eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung habe.

Hintergrund ist, dass in diversen Thread in diesem Forum gelesen hatte, dass SD-Karten nicht dafür gedacht sind, dass nahezu permanent auf ihnen geschrieben wird und sie daher vergleichsweise schnell an ihr Lebensende kommen. Manche halten Jahre, manche nur wenige Monate, das kommt auf die Qualität der Karte und die Umgebung an (zuhause warm und trocken leben sie anscheinend länger als unterwegs).
Daher kam hier die Idee auf, eine SSD Festplatte zu integrieren, da diese dies deutlich besser ab kann als SD-Karten oder USB Sticks (letztere wären aber schonmal besser als SD-Karten).

Zusätzlich besteht das Risiko, wenn spontan der Strom weg fällt, dass die SD-Karte dabei "zerschrieben" wird und die solaranzeige neu aufgesetzt werden muss.
Daher kam dann die Idee auf, zusätzlich eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung (kurz USV) zu integrieren.

Das ganze sollte auch zusätzlich in einem Gehäuse untergebracht werden, da ich ein Freund von sauberen Lösungen bin.

Die Recherche zu den Themen hat etwas gedauert, ich habe viel überlegt, gelesen und irgendwie versucht meine maximal eingestaubten Computerkenntnisse wieder aufzufrischen. Alleine das Einrichten der solaranzeige war schon anstrengend, da der Umgang mit Linux schon nahezu gar nicht mehr präsent war.

Endgültig habe ich meine solaranzeige mit folgenden Komponenten aufgebaut:
- Basis: 1x Raspberry Pi 4 B mit 8GB + Original Raspberry 15W Netzteil (--> 8GB weil günstig und überhaupt damals bekommen)
- Gehäuse: 1x Geekworm X857-C3
- USV: 1x Geekworm X708
- Batterien für USV: 2x Panasonic NCR18650B Li-ion Akku Wichtig: OHNE Schutzschaltung wird benötigt!
- Festplattenaufnahme: 1x Geekworm X862 V2.0
- Festplatte: 1x WD Red SA500

--> Die Links dienen nur dem Beispiel, welche Artikel ich meine. Leider sind drei Amazon Links dabei, ich habe aber keine andere Bezugsquelle gefunden. :(


Meine solaranzeige lief bereits Seit Oktober 2021 zuverlässig durch, jedoch hatte ich die ganze Zeit im Hinterkopf, dass alles weg ist, wenn die SD-Karte sterben sollte. Daher habe ich vorgestern das Projekt mit der USV + SSD-Festplatte endlich umgesetzt.

Begonnen habe ich damit, dass ich meinen Raspberry ordnungsgemäß herunter gefahren und dann die SD-Karte entfernt habe.
Danach habe ich mit der Software "Win32DiskImager" ein Backup meiner SD-Karte angefertigt. Damit ich im Falle eines versagens alles wiederherstellen kann.

Während dies parallel lief, habe ich die gesamte Hardware zusammengebaut. Dies ist relativ gut und passend im offiziellen Video von Geekworm zu sehen.
Bei der X708 (dem USV HAT) muss noch der passende Jumper für die Auto Power-On Funktion gesetzt werden, siehe Anleitung.
WICHTIG: Die Stromversorgung (vermutlich bei den Meisten über USB-C) muss nun ZWINGEND über die USB-C Buchse des X708 laufen. Am besten einen Blindstopfen in die USB-C Buchse des Raspberry Pi stecken oder es sich "einfach sehr gut merken"!

Nachdem das Backup erfolgreich angelegt wurde, habe ich auf einer Reserve MicroSD Karte den Bootloader mittels der offiziellen Software aktualisiert / passend eingestellt. Siehe Punkt 1 bis Punkt 8 dieser Anleitung
Danach habe ich den Raspberry wieder ausgeschaltet und meine bisherige MicroSD Karte wieder eingelegt und dann die Punkte 9 - 14 der eben verlinkten Anleitung ausgeführt. Für die letzten Punkte gibt es noch eine Anleitung auf Deutsch.

Danach habe ich den Raspberry heruntergefahren, die MicroSD Karte entfernt und ihn neu gestartet. Bei mir hat es sofort funktioniert, dass er von der M.2 SSD nun bootet und er läuft auch einwandfrei.

Als nächstes muss noch die Software der USV installiert werden. Dies ist auf der Website des Herstellers gut erklärt. Falls nicht bekannt ist (so wie mir) wie die I2C aktiviert werden, hier eine Anleitung.

Als nächstes sollte man sich bewusst sein, dass die Akkus natürlich etwas Zeit benötigen bis sie voll sind. Danach sollten Sie den Raspberry Pi für ein paar Stunden am laufen halten können, vermutlich wird der Strom ja nicht ewig ausfallen?

Das Ausschalten des Raspberry sollte jetzt über die Hardwaretaste am Gehäuse stattfinden, alternativ kann der Befehl "x708off" genutzt werden. Letzteres habe ich aber noch nicht getestet... :oops:

Damit meine Datenbank soweit noch zusätzlich gesichert wird, habe ich mir einen vServer gemietet und synchronisiere die Daten dorthin. Gleichzeitig kann ich meine solaranzeige auch begutachten, ohne Zuhause zu sein. Sehr schön. :mrgreen:
Das funktioniert zwar noch nicht einwandfrei (irgendwie werden andere Daten synchronisiert als im localen und auch manche Anzeigeelemente wollen noch nicht, aber das bekomme ich irgendwie noch hin oder nerve hier an anderer Stelle...)

Und zum Schluss, mal ein paar Impressionen, wie das Ganze nun aussieht.

IMG_20220205_195459.jpg
IMG_20220205_195507.jpg
IMG_20220205_195535.jpg

Fotos vom Innenleben kann ich bei Interesse gerne nachreichen, muss dafür jedoch die solaranzeige herunterfahren. Also, vermutlich ist es sinnvoll, hab nämlich keine Ahnung was passiert, wenn ich die Netzwerkverbindung einfach unterbreche. Das System bleibt dank der USV ja hochgefahren :D

In Summe hat mich das Zusammenbauen, programmieren und Inbetriebnehmen ca. 3h gekostet, aber auch nur weil ich viel recherchieren uns suchen musste.
Bis ich an dem Punkt war, dass ich diese Hardware für meinen Anspruch für sinnvoll erachte, sind ca. 10h an Recherche angefallen.

Daher ist meine Hoffnung, dass ich Menschen welche sich eventuell ähnliche Fragen stellen und/oder Vorstellungen haben hiermit eine Lösung präsentieren kann. Bzw. zumindest einen möglichen Weg. Vermutlich gibt es noch viele andere, und auch günstigere Wege. Aber da mir die Zeit für viel Basteln aktuell gefehlt hat, ist dies meine Lösung.

Und nochmal vielen Dank an das Forum, dank diverser Threads und Anleitungen, usw. konnte ich das überhaupt so fertigstellen!
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my2cents
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Re: Solaranzeige mit SSD und USV

Beitrag von my2cents »

Da ich selbst an meinen Rechnern USVs betreibe, finde ich das ja generell sinnvoll... aber beim Raspi nicht etwas overkill? Meine Lösung sieht anders aus. Schreibzugriffe des überwachenden Raspi weitgehend deaktiviert. Ich betreibe dort zwar noch die lokale Datenbank, weil die Versendung der Tageserträge per Messenger sonst nicht funktioniert, sonst schreibt der Raspi aber nichts mehr. Keinerlei logs.

Alle DB Einträge laufen in eine Remote Datenbank, auf einen Rechner, der zwar hier zu Hause.. aber an fester IP hängt und sowieso 24/7 als Webserver läuft. Ist also vergleichbar mit Deinem vserver. Der Rechner hat eh eine USV und veränderliche Daten werden 2 mal täglich auf verschiedene externe Platten gesichert.

Vom Raspi hab ich mir ein Image im "jetzt"-Zustand gemacht. Spricht, wenn da was kaputt geht, schreib ich einfach mein backup image auf eine neue Karte und weiter gehts. Daten gehen dabei keine verloren.

Deine Lösung ist toll aber wenn man eh einen vserver mietet oder anderweitig einen Rechner mit Datenbank betreibt, imho nicht nötig.

Dennoch danke für den Bericht, diese Idee wird sicher der ein oder andere aufgreifen.

Grüße
Markus

Filou_BN
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Re: Solaranzeige mit SSD und USV

Beitrag von Filou_BN »

my2cents hat geschrieben:
Mi 9. Feb 2022, 16:59
Deine Lösung ist toll aber wenn man eh einen vserver mietet oder anderweitig einen Rechner mit Datenbank betreibt, imho nicht nötig.
Moin Markus,

im Nachinein gebe ich dir da Recht, initial war die Anbindung an einen vServer nicht geplant, sondern ist im Affekt dann entstanden.
Ich plane noch, den Raspberry als NAS zu konfigurieren, und dafür erschien mir dies dann wieder Sinnvoll.

Mit vServer, vermutlich nicht notwendig (bzw. würde die USV Variante solo ausreichen und ein USB-Stick als Datenmedium), ohne vServer vermutlich jedoch sinnvoll.

Ich arbeite mich in die gesamte Materie langsam wieder ein, und habe daher das System so aufgestellt, dass ich es in Zukunft immer mehr erweitern kann. Ggf. wird es in meinem SmartHome noch eine Rolle spielen, mal gucken.

VG, Jonas :)
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my2cents
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Re: Solaranzeige mit SSD und USV

Beitrag von my2cents »

Ich betreibe ein NAS mit eigenem Cloud Server und kann Dir sagen.... Raspi als NAS.... klar, das geht.. aber am Ende des Tages fehlt da die Leistung. Wenn Du jederzeit auf Deine Daten warten kannst, kein Ding... aber das würd ich mir überlegen bzw Optionen offen halten, das zu überdenken.

Meine Cloud rechnet alle Videos, die von Handys gesynced werden, mit ffmpeg in kleinere Formate um und spätestens dann steigt der Raspi aus.

Anyway, lernen tust allemal was, wenn Du solche Projekte angehst. Manches macht man ja auch nur, weil man es kann oder "haben will"... nicht, weil das nötig wäre :)

Filou_BN
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Re: Solaranzeige mit SSD und USV

Beitrag von Filou_BN »

my2cents hat geschrieben:
Di 15. Feb 2022, 14:49
Ich betreibe ein NAS mit eigenem Cloud Server und kann Dir sagen.... Raspi als NAS.... klar, das geht.. aber am Ende des Tages fehlt da die Leistung. Wenn Du jederzeit auf Deine Daten warten kannst, kein Ding... aber das würd ich mir überlegen bzw Optionen offen halten, das zu überdenken.

Meine Cloud rechnet alle Videos, die von Handys gesynced werden, mit ffmpeg in kleinere Formate um und spätestens dann steigt der Raspi aus.

Anyway, lernen tust allemal was, wenn Du solche Projekte angehst. Manches macht man ja auch nur, weil man es kann oder "haben will"... nicht, weil das nötig wäre :)
Ja, vermutlich hast du Recht, aber für mich wäre die NAS nur als Datensicherung wichtig, bzw. es müssen keine hohen Leistungen erbrecht werden.

Vermutlich ist es trotzdem etwas oversized, aber ich denke, wenn ich in ein zwei Jahren mehr Zeit haben werde damit rumzuspielen (oder diesen Winter), dann werde ich ganz glücklich sein, dass das System stabil und leistungsfähig läuft.
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