Guerilla alternativ Projekt.

Micro Wechselrichter, die direkt an die 230V Steckdose angeschlossen werden können. ( Balkonkraftwerk )

Moderator: Ulrich

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Ulrich
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Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von Ulrich »

Eine Alternative zur HomeMatic Steuerung wäre folgendes:
  • 2 - 4 Solarpanel an einem Solarregler mit Batterie hängen. Die Daten des Solarreglers mit einem Raspberry auslesen.
  • Den Micro Wechselrichter an den Lastausgang des Ladereglers hängen und mit dem Raspberry auch diesen auslesen / steuern.
  • Auf dem Raspberry kann eine Logik aus den vorhandenen Daten programmiert werden, die die Menge des erzeugten Wechselstroms so steuert, dass die Batterie möglichst 24 Stunden hält. ( max 40-50% Entladung )
  • Der aktuelle Wetterbericht kann mit in die Logik einfließen.
  • Im Sommer kann der Überschuß zur Not in das Netz eingespeißt werden.
  • Es gibt viele Stellschrauben, an dem man drehen könnte.
  • An die Batterie werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Sie muss ja pro Tag immer nur möglichst lange bis zum nächsten Morgen halten. Für den Anfang würde ich alte Autobatterien nutzen, die noch in Ordnung sind. So kann man zum Testen mal mehr mal weniger Batterien parallel schalten. Wichtig ist, dass die Entladung so gesteuert wird, dass die Batterien möglichst bis Sonnenaufgang halten. Hier sehe ich die größte Herausforderung.
  • Ist an einem Tage die Sonne nicht zu sehen, passiert auch nichts, dann gibt es halt nur keinen eigenen Strom. Bei einer Inselanlage wäre das schon problematischer.
Wer an so einem Projekt mit Solarregler, Micro-Wechselrichter, Batterie und Raspberry Interesse hat, bitte melden.

Es würde sich anbieten als Solarregler einen Victron, Rover oder einen Tracer zu nehmen, da die mit der Solaranzeige schon funktionieren. Zum Experimentieren würde ich einfache 12 Volt LKW Batterien nehmen und als Micro Wechselrichter den AEconversion INV250-45-EU-RS485


Das alles ist nicht wirtschaftlich, sondern mehr ein Technik-Projekt, bei dem man einiges lernen kann!



2019-03-01-0002.jpg
Suchwörter:
guerilla anlage, pv, messen, einspeisen, autobatterie, anzeige, steuerung, regler, solarregler, micro-wechselrichter, inverter
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Ulrich [Admin]

Solar1228
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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von Solar1228 »

Wenn sowas funktionieren soll braucht man:

1. einen Wechselrichter welcher sich stufenlos von 0-100% regeln lässt wobei MPPT deaktiviert wird.
Anscheinend möglich mit INV-X00-60

2. einen MPPT Laderegler mit SOC oder und Batterie Spannungs/Strom Datenausgabe, um den Entladevorgang gezielt per RPi steuern bzw.
begrenzen zu können.

3. Eine art BMS welches die Batterien bei Fehlfunktion sicher Nottrennt wenn wichtige Grenzwerte überschritten werden. (UV OV OC usw)

4. einen 3 Phasen zwei Richtungs-Zähler wie zB. den SDM72D-M mit Modbus RS485 Schnittstelle plus ESP8266 und MAX485 wandler oder
Alternativen.

Damit könnte man gezielt den ganzen Tag einspeisen, abhängig von der anliegenden Grundlast der Wohnung und bis zur maximalen Last der
Wechselrichter und bis der Akku leer ist. Der Akku ist am Abend entweder leer oder hat noch Restenergie welche gezielt nach Verbrauch der
gesamten Wohnung eingespeist werden kann. (letzteres eher unwahrscheinlich)
Hier muss man sich halt Gedanken drüber machen wie groß der Akku sein muss, wie viel Restladung drin bleiben soll wegen der Lebensdauer...
usw.

5. Alternativ zu 4. könnte man auch ESP8266 basierende Leistungsmesser verwenden welche den Einschaltvorgang von Geschirrspüler
Waschmaschiene und ähnlichen Großverbrauchern überwacht.
Damit wird die Batterie Einspeisung nur aktiv sobald diese Verbraucher in Betrieb gehen und man kann gezielt die Leistung einspeisen welche die
Verbraucher gerade aufnehmen, natürlich ist das auf die maximal gesetzlich erlaubte Leistung begrenzt bzw abhängig von Batterie und
Wechselrichter. Daher ist hier die Streitfrage ob wie hier in Österreich die maximal 0,8Kw gelten oder die Grauzone das der Netzbetreiber nichts
davon mitbekommt weil man gleichphasig gerade so viel einspeist wie man verbraucht.
Das Smartmeter wird aber sicher maximalwerte speichern können bzw. bemerken wenn auf jeweils unterschiedlichen Phasen eingespeist bzw.
verbraucht wird, daher Vorsicht! Außerdem sollte man die Belastung der Hausinstallation im Auge behalten, daher maximal 0,8Kw.

In dieser Variante wird immer erst die Batterie geladen und die Energie nur für Großverbraucher verwendet, die Grundlast der Wohnung über den
Tag kann man damit nicht stützen, dazu müsste man mangels Messmöglichkeit (SDM72DM) auf gut Glück eine bestimmte Leistung über den Tag
einspeisen. (zB. 60W)


Es gibt leider so viele Parameter, die man beachten muss das es schwierig wird abzuschätzen wie man eine solche Anlage dimensionieren muss.


Begrenzt wird man in jedem Fall von der Wechselrichterleistung 0,6 oder 0,8KW, der Batteriegröße bzw. deren Belastbarkeit, der Größe der Solarfläche, dem Geldbeutel.

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Ulrich
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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von Ulrich »

Hallo Solar1228,

Du hast das schon sehr genau analysiert und beschrieben. Super.

Es gibt nur 2 Gruppen. Einmal die Berufstätigen, die den ganzen Tag nicht zu Hause sind und den gespeicherten Strom Abends / Nachts verbrauchen möchten. (Grundlast senken)

Die 2. Gruppe hast Du beschrieben. Es sind die "normalen" Haushalte, die unterschiedlich viel Strom am Tage verbrauchen. Hier wird die Steuerung um einiges komplizierter.

Falls jemand so ein Projekt (mit einem AEconversion Wechselrichter) in Angriff nimmt, bitte melden. Ich in dabei. Es sollte nur nicht zu kompliziert geplant werden. (Jedermann tauglich) Später kann jeder das Projekt für sich selber so kompliziert wie er möchte machen.
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Ulrich [Admin]

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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von Ulrich »

Da die AEconversion Micro-Wechselrichter nun auch über das MQTT Protokoll steuerbar sind, ist das Projekt schon wieder einfacher zu realisieren. Die Ausgangsregelung kann jetzt stufenlos von1% bis 100% mit MQTT Befehlen eingestellt werden.
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Ulrich [Admin]

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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von nordkristall@gmx.de »

Moin!

Ich habe wahrscheinlich eine solche Anlage zusammengestellt, allerdings bin ich mit der Steuerung noch nicht einverstanden/unzufrieden:

Zu meinen Anlagedaten: 48V System
4x360W Panele geschaltet 2x in Reihe 2xParalell
Laderegler von Victron SmartSolar MPPT 100/20-48V
Batterie Polytech US2000C 2,2kWh LiFePo
Wechselrichter AEConversion INV500-90

Ziel meines System soll es sein, die Grundlast im Haus (insbesondere in den Nachtstunden) abzudecken.

Mein Wechselrichter hängt direkt am Lastausgang vom Laderegler. Leider lässt sich mein Lastausgang nicht einstellen/programmieren. Ich kann alle möglichen Spannungen (Batterie) für Ein und Aus einstellen oder auch die Straßenlichtfunktion nutzen. Nichts lässt sich so nutzen, wie ich es brauche.

Ich habe das Gefühl, sobald der WR am Lastausgang die Netzspannung hat, schaltet der Lastausgang immer durch, so daß zuerst der WR mit Energie versorgt wird und dann sekundär erst die Batterie geladen wird. Das ist natürlich kontraproduktiv.

Hast du eine Lösung? Ich denke darüber nach die Netzspannung für den Wechselrichter mit einem "smartem" Leistungsrelais (Wechselstromseite) zu steuern. Was hälst du davon? Wenn der WR keine Netzspannung bekommt, dann kann er ja auch nichts in das Hausnetz einspeisen. Oder sollte ich die Spannung besser auf der DC-Seite vom Wechselrichter mit einem "smartem" Leistungsrelais trennen?

Was meinst du dazu?

Beste Grüße

Gerrit

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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von Ulrich »

Hallo Gerrit,
du kannst das nur hin bekommen, wenn die 48 Volt Seite fest verbunden ist und du nur die 220 Volt Seite über den Wechselrichter steuerst. So wie ich es aufgezeichnet habe. Den AEconversion INV250-45-EU-RS485 kann man so regeln, es gibt den aber neu nicht mehr.
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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von nordkristall@gmx.de »

Hallo Ulrich!

Zunächst einmal danke für deine Rückinfo. Ich will mich gerne mit dem Thema noch vertiefend beschäftigen:
Was meinst du genau mit "wenn die 48 Volt Seite fest verbunden" Der WR (AEConversion INV500-90) ist dauerhaft am Lastausgang mit 48V angeschlossen.
Weiterhin sagst du, dass der WR AEConversion INV500-90 nicht regelbar ist. Lässt sich da gar nicht machen?

Ich schicke dir mal als Anhang die aktuelle Ladesituation vom 04.09.2021 Uhrzeit ca 09:35Uhr
Bild2.png
Bild1.png
Wie man erkennt wird nahezu die gesamte Leistung von Laderegler (Bild1) zum Wechselrichter (Bild2) transferiert.
Damit wird die Batterie also nicht primär, sondern nur sekundär geladen und ich will es genau anders herum haben.

Was sagst du dazu?
Gruß
Gerrit

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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von Ulrich »

Hallo Gerrit,

den INV500-90 kann man regeln, benötigt dazu aber den AEconversion Gateway und der ist teuer.


In meiner Überlegung wurde tagsüber der Wechselrichter soweit heruntergeregelt, dass die Batterie aufgeladen wird und Nachts nur soweit geöffnet, dass die Batterieleistung möglichst lange hält.

Dazu muss man aber den Wechselrichter von 0 - 100 % regeln können. Bei den älteren Geräten war das möglich. Die Neueren kenne ich nicht so genau.
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Ulrich [Admin]

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Re: Guerilla alternativ Projekt.

Beitrag von nordkristall@gmx.de »

Hallo Ulrich!

Zunächst einmal danke für deine Rückinfo.
Der WR INV500-90 von AEConversion lässt sich im Moment noch nicht über ein Gateway ansprechen. Ich will morgen mal bei AEConversion anrufen und fragen, ob man das Nachrüsten kann.

Meine konkrete Frage an dich wäre: Kann man mit dem Raspberry Pi die Entladungstiefe meiner Pylontech regulieren? Im Moment wird mein Acku immer auf 5% Restladung entladen. Das ist zu viel.....
Welche Steuerungsmöglichkeiten bietet der Raspberry Pi eigentlich bezüglich meines Ladereglers (Victron 100/20-48V)?

Beste Grüße
Gerrit

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