Solaranlage ohne Einspeisung

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PV-Monitorung / PV Überwachung

Moderator: Ulrich

Tipe1965
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Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von Tipe1965 »

Hallo in die Runde, ich hab da mal ne Frage. Ich hab zwei Kollegen die überlegen sich eine Solaranlage abzuschaffen mit Akku möchten aber nicht einspeisen. Erste Frage ist das rechtlich möglich? (Meines Wissens nicht) Viel spannender wäre was passiert mit dem Strom wenn Akku voll und Produktion höher als Haus Verbrauch?

frimocologne
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von frimocologne »

Hi,

die sollen es so machen wie ich: Anlage bauen und keinem Bescheid sagen. Wenn Akkus voll, dann geht der Überschuss unvergütet ins Netz. Ist aber nicht schlimm, weil es ja nicht die Welt sein wird. Damit das nur "teilillegal" bleibt, sollte ein digitaler Zähler mit Rückzählsperre verbaut sein. Dann zählt der nicht rückwärts, was dann doch schon "böser" wäre, als nur nicht anzumelden.

Ist aber eine Glaubensfrage, wo man hier wieder fleißig drüber streiten und diskutieren kann. Ich für mich hab das so gemacht und kann damit leben :>)

Viele Grüße

Udo
1,355 kWp S/O, 1 kWp W - Growatt MIN 3000TL-XE (iBn 30.05.21 (teilweise), 12.06.21 voll) - MultiPlus II GX mit 2x Pylontech US2000 a 2,4 kWh

Lengefelder
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von Lengefelder »

Hallo,

soweit kommt es noch, dass ich den Energieversorgern meinen Strom schenke!? Ich habe 2 Steca Solarix Pli 48-5000 parallel und damit kann ich gar nicht einspeisen. Bei mir läuft das wie eine große USV. Februar/März bis Oktober/November immer Solar. Klappt leider nicht im Winter. 2-3 trübe Tage und ich brauche Netzstrom. Wenn das nicht wäre, ich hätte längst den Seitenschneider genommen und die Leitung ins Netz gekappt.

Was ich nach dem Zähler und der Sicherung mache, ist dem Energieversorger egal. Der Solarix kann nichts ins Netz senden und das ist Absicht und auch gut so.

Lengefelder

andreas_n
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von andreas_n »

Tipe1965 hat geschrieben:
Mi 28. Jul 2021, 13:03
Erste Frage ist das rechtlich möglich?
Ja klar.
Viele scheuen den Gang via Marktstammdatenregister zum VNB. Und noch mehr bereitet die oft gelesene Empfehlung im PV Forum, dem VNB gleich zu anfang die Flügel zu stutzen und damit produziert man nur Stress und Missverständnisse. Zumal manchmal dort auch nur Telefonistinnen ohne tiefere Sachkenntnis sitzen.

Einfach den dortigen VNB anrufen, wie was gehandhabt werden soll, die Balkonanlage anmelden, sie wird vmtl nicht mal "abgenommen" also überprüft.
Wenn im Zählerschrank noch ein alter Ferraris Zähler dreht, kommt sicherlich jmd vorbei und will den Zähler wechseln.

Wenn dann danach ne Batterie den Überschuss aufsaugt, dürfte das dann keinen mehr jucken.
Wenn natürlich die Balkonanlage einige kWp hat...sollte man sich fragen, warum diese Anlage nicht offiziell laufen soll, denn rechtlich ist das keine Balkonanlage mehr und sie würde auch unwirtschaftlich laufen, denn im Sommer ist auch ne 20kWh Batterie irgendwann voll...und dann?
Braucht man halt einen Elektriker, der die Anmeldevorgänge macht und unterschreibt. Machen nicht alle gern, aber bisserl Materialeinkäufe dort und das nette Gespräch regeln das dann schon.

Rechtlich ist das alles eindeutig geregelt
Erzeugungsanlagen bis 600Wp Wirkleistung ="Balkon"/Minianlage= vereinfachte Anzeige des Betriebs
Erzeugungsanlagen >600Wp Wirkleistung = NAB + IBN + Marktstammdatenregister, Abnahme durch Elektriker, TAB 2019 beachten

Dazwischen gibts nix, auch die irrige Annahme, weil der WR nicht einspeisen könne, muss man ihn nicht melden, tja, auch solch ein WR ist typischerweise mit dem Netz verbunden, und damit rechtlich eindeutig geregelt.

Wenn natürlich der Strombezug stark sinkt, weil da ne PV schlummert und das Verhältnis dazu im Zentralrechner des VNB die Warnglocke auslöst, kommt es schon vor, wie bei einem Bekannten, dem habens dann erstmal den Ferraris Zähler ausgetauscht und dann kam fette Anzeige wegen Urkundenbetrug. Das hat sich dann rentiert.
Und auch ein VNB hat google earth
9kWp S/SO > SMA Tripower (IBN 18.6.20) + 4kWp S/SW > Growatt MIN 3000 TL-XE (IBN 31.3.21) + 2kWp Süd -19° ELWA DC Warmwasser ("IBN" 9.5.21)

masterflai
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von masterflai »

Absolut richtig was Andreas schreibt. So Ehrenwert das Ganze ist. Es provoziert nur Ärger und der wird dann leider zu deinen Lasten sein.

Entweder du bist mit der 600 Watt (Brutto) Grenze zufrieden oder du solltest die Anlage offiziell gestalten. Wobei es diese Grenze so in keinem Gesetz gibt, das ist einfach in vielen Bundesländern von den Netzbetreibern gelebte Praxis mit einem entsprechenden Formblatt. Sobald dir unterstellt werden kann, dass du eine Manipulation des Zählers vornehmen könntest oder schon vorgenommen hast, musst du den Beweis erbringen, dass dies nicht so ist und das ist mehr als schwierig, da ja bereits dein reduzierter Stromverbrauch "gegen dich" arbeitet.

Ich habe mich letztlich für eine offizielle Anlage entschieden, da die 600 Watt auch noch Brutto sind. Aktuelle Module haben 330 bis 375 Watt Leistung. Damit kannst du also nicht einmal zwei moderne Panels aufstellen, sondern müsstest auf entsprechend schwächere aufsetzen und die bringen in der Praxis sowieso nur sehr selten annähernd mehr als 560 Watt zusammen.
2021-08-02 09_49_55-Stromverbrauchsrechner.jpg
Ich habe jetzt mal ganz pragmatisch aufs Jahr 560 Watt Ertrag für 4 Stunden pro Tag gerechnet (Toller Sommer, bescheidener Rest des Jahres). Damit kommst du auf einen ersparten Strom bei 29Cent von ca. 236 Euro. In der Praxis wird das natürlich noch geringer sein, aber man sieht eben auch schön, dass sich diese 400 bis 600 Euro Anlagen sehr schnell amortisieren, wenn nichts kaputt geht.

Aus Erfahrung kann ich dir jetzt schon sagen: Wenn du einmal dabei bist, dann macht es dir so viel Spaß, dass es nicht bei 600 Watt bleiben wird. Und PV Stromspeicher sind immer noch zu teuer.

Am Besten planst du die Anlagengröße passend zu seinem Bedarfsprofil, um den Eigenverbrauch zu optimieren und dann kannst du den überschüssigen Strom auch noch verkaufen. Mal davon abgesehen, dass alleine die 19% MwsSt oftmals dafür sprechen, es als normale Anlage auszuführen und nicht als Kleinstgewerbe anzumelden. Einen wirklichen Aufwand hast du nur im ersten Jahr, danach wird es dann spürbar einfacher.

masterflai
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von masterflai »

frimocologne hat geschrieben:
Mi 28. Jul 2021, 13:22
Hi,

die sollen es so machen wie ich: Anlage bauen und keinem Bescheid sagen. Wenn Akkus voll, dann geht der Überschuss unvergütet ins Netz. Ist aber nicht schlimm, weil es ja nicht die Welt sein wird. Damit das nur "teilillegal" bleibt, sollte ein digitaler Zähler mit Rückzählsperre verbaut sein. Dann zählt der nicht rückwärts, was dann doch schon "böser" wäre, als nur nicht anzumelden.

Ist aber eine Glaubensfrage, wo man hier wieder fleißig drüber streiten und diskutieren kann. Ich für mich hab das so gemacht und kann damit leben :>)

Viele Grüße

Udo
Hallo Udo, wie du schon schriebst, das ist deine Lösung und du kannst damit leben. Ich möchte hiervon aber ausdrücklich abraten, denn dein Netzbetreiber hat nicht nur einen eventuellen Zählerbetrug im Blick, sondern es gibt auch noch das Schwert der Netzstabilität. Egal wie gering deine Einspeisemengen sind. Wenn das viele Leute machen, kommt auch was zusammen und dein Netzbetreiber wird dir in jedem Fall ordentlich auf die Finger hauen, wenn du die "Stabilität der Energieversorgung" durch illegale Einspeisung gefährdest.

Diese Diskussion ist vielfach mit den Altanlagen aufgekommen, welche nach 20 Jahren aus der Förderung gefallen sind, denn die Netzbetreiber wollten nicht nur nichts mehr vergüten, sondern sogar eine Einspeisung verhindern, was durchaus Sinn macht. Und die Anlagenbetreiber wollten einfach die vorhandene Anlage sinnvoll weiternutzen. Inzwischen ist das ja gesetzlich geregelt, so dass es das Problem nicht mehr in dieser Form auftritt.

frimocologne
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von frimocologne »

"Stabilität der Energieversorgung" durch illegale Einspeisung gefährdest
Hallo Masterflai,

sei mir bitte nicht böse und nimm es nicht persönlich: Selten so einen Quatsch gelesen. Das ist dieses "Todschlag" Argument alles Diktatoren: Wenn Du kritisch bist, dann ist es "Staatsterrorismus".

Keinen Elektriker und Elektroniker den ich finden konnte, aber auch einen Kraftwerksmeister aus dem Bekanntenkreis, meint, dass ich mit meiner derzeitigen max. Einspeiseleistung von (bitte alle halten sich fest): 1 kWh die
"Stabilität der Energieversorgung" durch illegale Einspeisung gefährdest
.

Sorry, auch ein: Wenn das alle machen ...... zieht da nicht. Und wenn meine Pylontechs da sind, hat sich auch das letzte Watt in Richtung Netz sowieso verabschiedet.

Klar, ich habe einen Zähler mit Rückzählsperre. Darauf habe ich auch Wert gelegt, damit man mir nicht ans Bein ...... kann wegen Steuerhinterziehung usw.

Aber dennoch, prüfe ich, ob ich die Anlage nicht doch anmelde. Warum? Weil ich ein obrigkeitshöriger Deutscher bin ;) Wenn das alles für einen "schmalen Taler" zu machen ist. Meine Hauselektrik ist vor ein paar Jahren komplett neu gemacht worden. Insofern hoffe/vermute ich, dass ich ohne große Kosten dabei weg kommen. Wenn nicht, dann lasse ich es.

Nix für ungut und viele Grüße

Udo
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andreas_n
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von andreas_n »

"..bist mit der 600 Watt (Brutto) Grenze zufrieden .."

gibt schon schicke WR, die deutlich mehr DC Input vertragen, leider hatte mir Growatt wegen dem 600tlx bisher nicht geantwortet, welche DCmax IN denn nun gilt..einmal um die 840 und einmal 1050Wp DC IN, in jedem Fall sollten 13A oder 500Vdc nicht überschritten werden...je mehr man DC dran hängen kann, desto besser bei trüben Tagen. :lol:
Jedenfalls sollte das die software seitig limitierte Version des 750er WR sein, gibt auch nur fürn deutschen Markt.

Gabs damals zu meiner Guerillazeit alles nicht...
9kWp S/SO > SMA Tripower (IBN 18.6.20) + 4kWp S/SW > Growatt MIN 3000 TL-XE (IBN 31.3.21) + 2kWp Süd -19° ELWA DC Warmwasser ("IBN" 9.5.21)

masterflai
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von masterflai »

frimocologne hat geschrieben:
Mo 2. Aug 2021, 13:37
"Stabilität der Energieversorgung" durch illegale Einspeisung gefährdest
Hallo Masterflai,

sei mir bitte nicht böse und nimm es nicht persönlich: Selten so einen Quatsch gelesen. Das ist dieses "Todschlag" Argument alles Diktatoren: Wenn Du kritisch bist, dann ist es "Staatsterrorismus".

Keinen Elektriker und Elektroniker den ich finden konnte, aber auch einen Kraftwerksmeister aus dem Bekanntenkreis, meint, dass ich mit meiner derzeitigen max. Einspeiseleistung von (bitte alle halten sich fest): 1 kWh die
"Stabilität der Energieversorgung" durch illegale Einspeisung gefährdest
.

Sorry, auch ein: Wenn das alle machen ...... zieht da nicht. Und wenn meine Pylontechs da sind, hat sich auch das letzte Watt in Richtung Netz sowieso verabschiedet.

Klar, ich habe einen Zähler mit Rückzählsperre. Darauf habe ich auch Wert gelegt, damit man mir nicht ans Bein ...... kann wegen Steuerhinterziehung usw.

Aber dennoch, prüfe ich, ob ich die Anlage nicht doch anmelde. Warum? Weil ich ein obrigkeitshöriger Deutscher bin ;) Wenn das alles für einen "schmalen Taler" zu machen ist. Meine Hauselektrik ist vor ein paar Jahren komplett neu gemacht worden. Insofern hoffe/vermute ich, dass ich ohne große Kosten dabei weg kommen. Wenn nicht, dann lasse ich es.

Nix für ungut und viele Grüße

Udo
Hallo Udo, nein, ich nehme es dir nicht übel. ;) Diese Argumente kommen von den Netzbetreibern, nicht von mir. Uns ist beiden bewusst, dass du weder die Stabilität gefährdest, noch ein besonders großes Schadenspotential durch deine Anlage entsteht.

Das was du da anführst ist der menschliche Verstand der Materie. Leider ist das aber nicht ausschlaggebend, sondern die entsprechenden Regelungen und ob es dann logisch, richtig oder unzutreffend ist, entscheiden weder du noch ich.

Mein Beitrag bezieht sich darauf, dass du im Falle des Falles einfach die schlechtesten Karten auf der Hand hast. Sei es ein Brand, ein unangekündigter Besuch deines Netzbetreibers oder eines anderen Organs. Es obliegt dann dir die Beweisführung anzutreten und das ist in meinen Augen einfach keine gute Ausgangslage (Risiko/Nutzen).

masterflai
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Re: Solaranlage ohne Einspeisung

Beitrag von masterflai »

andreas_n hat geschrieben:
Mo 2. Aug 2021, 15:05
"..bist mit der 600 Watt (Brutto) Grenze zufrieden .."

gibt schon schicke WR, die deutlich mehr DC Input vertragen, leider hatte mir Growatt wegen dem 600tlx bisher nicht geantwortet, welche DCmax IN denn nun gilt..einmal um die 840 und einmal 1050Wp DC IN, in jedem Fall sollten 13A oder 500Vdc nicht überschritten werden...je mehr man DC dran hängen kann, desto besser bei trüben Tagen. :lol:
Jedenfalls sollte das die software seitig limitierte Version des 750er WR sein, gibt auch nur fürn deutschen Markt.

Gabs damals zu meiner Guerillazeit alles nicht...
Ja, es gibt definitiv leistungsstärkere Modelle. Allerdings leben die Energieversorger immer noch die 600 Watt Grenze. Technisch sind wir inzwischen viel weiter und du kannst auch 800 Watt mit zwei Modulen erzeugen. Aber vielleicht kommt ja das große Umdenken.

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