Solarstrom an Bord der Excalibur

Wer möchte, kann hier ein paar Bilder seiner Anzeige und seiner Anlage präsentieren.
Albin Ballad
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Solarstrom an Bord der Excalibur

Beitragvon Albin Ballad » So 26. Mär 2017, 18:55

Moin moin aus Bremen !
Ich habe zwar (noch) keine Fotos, möchte aber gerne meine Erfahrungen hier im Forum weitergeben. Da ich im nächsten Jahr eine längere Zeit an Bord unsrer Segelyacht (35 Fuß) verbringen möchte, ist geplant, die Stromversorgung durch eine PV-Anlage zu unterstützen. Um nun nicht gleich das Boot mit Installationen und Bohrungen zu verschandeln, möchte ich in diesem Jahr erst ein paar Trockenversuche starten. Dabei bin ich auf die hervorragende Seite von Ulrich gestoßen.
Ein kurze Beschreibung der bisherigen Aktionen. Vorgesehen ist ein Solarpanel, das auf der Lukgarage (ca.900x 700 m) Platz findet. Im Internet habe ich ein flexibles Mono-Panel von ca. 810x670 mm gefunden. Angegeben mit 100 WattPeak und 18 Volt Vpmax. Dazu bestellt einen MPPT-Regler 75/15 von Victron mit BlueTooth-Dongle, ich möchte die Erträge ja irgendwie aufzeichen. In der Anleitung fand ich dann jedoch den Hinweis, dass der Regler erst bei einem deltaU (Batterie/Panel) von 5 Volt anfängt zu regeln. Er geht dann zwar bis auf 1 Volt runter aber damit schied dieser Regler für mein 18V-Solarpannel aus. Also back to Sender und einen PWM-SCD Plus von IVT besorgt. Ein erster Test mit dem Modul sah nicht so schlecht aus, in der ersten Aprilsonne zog er 3,5 Ampere aus dem Modul, welches dann allerdings auf 13,3 Volt absackte. Die Ernüchterung kam aber beim Versuch mit dem Notebook Kontakt zum Regler aufzunehmen. Das spartanische Windowsprogramm ist 2 mal abgestürzt und der Treiber, der die COM-Schnittstelle über den USB-Bus zur verfügung stellt war jedes Mal geschreddert ! Dann bemekte ich, dass das USB-Kabel ziemlich warm wurde?
Auf der Suche nach Lösungen bin ich auf Ulrichs tolle Seite gestoßen und habe gleich einen Raspi mit dem Image beglückt. Der erste Start und die Konfiguration für mein 7-Zoll LCD liefen erfolgreich, dann der 2. Start, der Raspberry startete nicht. Ein Blick auf den Energiemesser am Netzteil zeigte an, Raspi mit LCD < 6 Watt, Raspi mit LCD und Regler über USB 65 Watt !! Keine Ahnung, ob der Regler da mit dem USB-Strom den Akku gleich mit lädt. Nun wusste ich auch, warum das USB-Kabel am Notebook so warm wurde. Ein Glück, dass die Chips im Rechner das überstanden haben. (Übrigens auch ein anderes Kabel zeigte das selbe Verhalten).
Aktueller Stand, der Regler geht zurück an den Hersteller und ich hoffe, dass ich mit dem dritten Versuch, einem Victron PWM-Pro incl. USB-Kabel glücklich werde.
Was ich aber jetzt wohl schon sagen kann, das Pannel ist für die Bordmontage nicht geeignet. Ich denke, lieber zwei kleinere Module in Reihe schalten und dann einen PPT-Regler verwenden. Gerade auf einem Segelboot, wo sich eine teilweise Beschattung nicht immer vermeiden läßt, fällt sonst die Spannung schnell unter den Pegel um 12 Volt Akkus noch zu beglücken!
Die jetzige Konfiguration wird wohl zur Dauerbeleuchtung im Wochenendhaus erst einmal Daten sammeln!
...
Fortsetzung folgt

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Re: Solarstrom an Bord der Excalibur

Beitragvon Ulrich » Di 28. Mär 2017, 08:41

Hallo Michael,

Du wirst merken, dass Dein Projekt noch viele Tücken haben wird. Fangen wir mal mit den jetzt geplanten 2 Modulen an. Wenn auch nur auf einem der beiden Module ein ganz kleiner Schatten ist, dann kommt so gut wie kein Ladestrom zu stande.
screenshot-www.facebook.com-2017-03-28-08-13-19.png
Auf dem Bild kannst Du sehr schön die Auswirkung eines kleinen Schatten sehen. (Wenn die Schrift zu klein ist, gehe bitte auf Facebook, dort ist der original Beitrag) Solche Schatten von Masten sind die Regel in einem Hafen. Wenn 2 Module in Reihe geschaltet sind, dann verhalten sie sich wie ein Modul. Ein kleiner Schatten auf einem der beiden Module heißt 50 - 80% weniger Strom.

Deine Befürchtung, dass der Regler erst bei 5 Volt über der Reglerspannung einsetzt ist unbegründet. Die Spannung vom Modul ist ca. 24 Volt auch wenn es noch fast Dunkel ist, solange das Modul nicht mit dem Regler verbunden ist. D.h. die Spannung alleine besagt nichts aus. 24 Volt * 0 Ampere = 0 Watt! Leistung.

Wenn jetzt die Sonne direkt über dem Modul ist und die Solarspannung nur 13 Volt anzeigt, bei einem 12 Volt Regler so sieht das erst einmal sehr wenig aus, wenn aber dabei 20 Ampere fließen dann sind das 260 Watt. Es ist normal, dass die Spannung zurück geht, wenn Leistung erzeugt wird. Wieviel sie zurück geht hat auch nichts zu sagen. Das alles wirst Du aber mit Deinem Versuchsaufbau heraus bekommen. Auch wie wichtig es im Prinziep ist, die Module nach der Sonne ausrichten zu können. Liegen Sie flach auf dem Deck, so liefern sie nur in den 4 Sommermonaten 100% Leistung, im Winter sind es noch gerade mal 5 %. (Nord und Ostsee)
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